ROCKET SCIENCE | Gesundheit und Leistung – mit Doc Golo
ROCKET SCIENCE ist dein wöchentlicher Podcast für Gesundheit und Leistung.
Dr. med. Golo Röhrken ist Arzt, Sportwissenschaftler, 9 x Ironman Athlet und Hyrox WM Athlet.
Der Podcast zeigt Dir, wie Du dein Training, Ernährung und Mindset mit wissenschaftlichen Methoden ganzheitlich optimieren kannst.
Du bekommst klare Strategien, Tipps, Meinungen und Perspektiven auf Training, Umfeld, und deine persönliche Entwicklung.
ROCKET SCIENCE | Gesundheit und Leistung – mit Doc Golo
Way to Pro Triathlon - mit Pushing Limits | Niclas Bock und Nick Staggenborg
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Was unterscheidet Profi-Triathleten von ambitionierten Amateuren, und wie realistisch ist der Weg in den Profibereich? Diese Folge richtet sich an leistungsorientierte Triathletinnen und Triathleten, die über diesen Schritt nachdenken.
Dr. med. Golo Röhrken spricht mit Niclas Bock und Nick Staggenborg von Pushing Limits, die sich professionell auf ihre Langdistanzen vorbereiten. Sie berichten, warum Sport für eine begrenzte Zeit Priorität Nummer eins ist, warum man hohe Trainingsumfänge ohne jahrelange Basis nicht einfach übernehmen kann und warum Qualität vor Quantität geht. Außerdem geht es um Disziplin bei schlechtem Wetter, den Umgang mit dem Trainingsplan und das Ziel, im Rennen alle eigenen Möglichkeiten auszuschöpfen.
Themen: Profi Triathlon, Langdistanz, Triathlon Training, Trainingsumfang, Pushing Limits, Mindset
Was unterscheidet eigentlich Profi von Amateur Triathleten? Ist es nur die Leistungsfähigkeit, oder gibt es viele weitere Faktoren die Profis von Amateuren unterscheidet? Ist der Weg in den Profi-Zirkus einfach oder doch kompliziert? Wie viele Stunden muss man als Profi eigentlich trainieren?
🎙 Diese Frage beantworten wir gemeinsam mit den Jungs von Pushing Limits.
Niclas Bock und Nick Staggenborg schlüpfen hierfür seit Ende 2021 in die Rolle als Triathlonprofis und bereiten sich professionell auf den IRONMAN Süd-Afrika und die Challenge Roth vor. Wie das Training der beiden bisher verlief, wie ihre Einstellungen zum Profi Triathlon ist und was sie sich dabei gedacht haben als Profis zu starten erfahrt ihr in der Folge.
💡 Diese Folge eignet sich vor allem für diejenigen Athleten unter Euch die auch einmal mit dem Gedanken gespielt haben Profi zu werden und die weitere Tipps und Tricks für ihre Vorbereitung möchten. Wir geben viele wichtige Tipps für Euer Training und Eure Vorbereitung. Tune in.
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Moin Leute und willkommen zu Rocket Science. Heute sprechen wir über den Unterschied zwischen Profi-Triathleten und Amateur-Triathleten. Und dabei spreche ich mit den Jungs von Pushing Limits und zwar mit den Klass Daggenborg und Niklas Bock. Die beiden bereiten sich dieses Jahr professionell auf ihre Langdistanzen vor. Und wer die beiden nicht kennt, Pushing Limits ist ein Ausdauer- und Triathlon Blog, der in den letzten, ich glaube, drei, vier, fünf Jahren sehr, sehr viel Berichterstattung gemacht hat von Hawaii, von den diversen großen Rennen. Sie haben sehr, sehr viele, sehr coole Events begleitet und haben wirklich was sehr, sehr Cooles geschaffen im Triathlon-Bereich. Und Niklas oder beziehungsweise Niklas Hoch 2, die beiden, haben einfach Bock gehabt, mal auch darzustellen, wie denn so man sich als Profi auf im Wettkampf vorbereitet, was auch so die Herausforderungen sind als Profi, weil das einfach viel zu wenig ihrer Meinung nach auch so, sage ich mal, in den Medien dargestellt wird. Die Folge ist vor allen Dingen für die Leute interessant, die vielleicht schon erfolgreich sind, so im Triathlonbereich, die sich auch vorstellen können, auch vielleicht mal Richtung Profi zu gehen, mit welchen Herausforderungen man da auch konfrontiert wird und wie man sich einfach auch, sag ich mal, sehr professionell auf so ein Event vorbereitet. Wir sprechen vor allen Dingen so über die Themen natürlich Training, wie war das Training bei denen, wie ist das Training bei ihnen gelaufen, wie ist aber auch so ihre Vergangenheit? Wie war so der Unterschied von früher den Amateurjahren zu jetzt einfach auf der sehr professionellen Vorbereitung? Wir beide, aber wir kennen uns nämlich schon relativ lange, also ich kenne die beiden NYX, doch schon irgendwie länger, gerade auch über das Kölner Trethlon-Team, wo wir früher noch teilweise sogar zusammengestartet sind. Und das ist aber mittlerweile schon irgendwie mehr als zehn Jahre hinher. Und wir sind beide irgendwie, wir sind irgendwie alle in diesem Trethlon-Bereich hängen geblieben. Und darüber sprechen wir gerade so am Anfang. Und danach eben über ihre Vorbereitung, ihre frühere Vorbereitung und wie jetzt sie auch ihr Training, wie sie ihre Ernährung angehen und welche Mindset-Themen sich vielleicht auch gerade so jetzt bei Ihnen ergeben, wo es einfach auch mehr Richtung Wettkampf geht. Okay, ohne weitere Verzögerung wünsche ich euch jetzt viel Spaß mit der Folge mit Pushing Limits. Willkommen zu Rocket Science, eurem Podcast für Gesundheit, Fitness und Leistung. Mein Name ist Dr. Golo Birken. Ich bin Arzt und Coach.
SPEAKER_00Und mein Name ist Dr. Leon Pansaner. Ich bin Ärztin und Wissenschaftler. In diesem Podcast wollen wir euch die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse näher bringen und euch zeigen, dass die Verbesserung eurer Gesundheit und Leistung keine Raketenwissenschaft ist.
SPEAKER_02Moin Leute! Willkommen zu Rocket Science und cool, dass ihr dabei seid. Ich habe heute zwei ganz besondere Gäste am Start. Und zwar Nick im Doppelpunk, beziehungsweise Niklas Bock und Nick Stagenborg. Die beiden befinden sich gerade im Trainingscamp auf Mallorca. Und wer sie vielleicht nicht kennt, sollte jetzt nochmal ein bisschen zuhören. Wollt ihr euch einmal ganz kurz vorstellen, wer ihr seid, was ihr macht und wie ihr denn so, ja, was eure Vorbereitung ist?
SPEAKER_01Gerne, Nick, willst du anfangen? Ich kann anfangen, ja. Wie du schon korrekt gesagt hast, Nick Staggenborg. Wer uns kennt, wahrscheinlich von Pushing Limits, und wer uns noch nicht kennt, sollte einfach mal pushing-limits.de besuchen auf Instagram, Website und auf YouTube. Und da findet man dann wahrscheinlich alle, und wenn man dann noch Podcasts hört, dann weiß man alles über uns. Ja, wir sind eigentlich mit Pushing Limits so eine Medienplattform gewesen, die alles über alles berichtet hat, was so im Triathl stattfindet. Und jetzt gerade, wie du schon gesagt hast, haben wir uns selber so ein neues Projekt auferlegt, dass wir einfach mal sagen, wir trainieren ein halbes Jahr oder ein Jahr wie ein Profi und schauen, was am Ende rauskommt. Und genau mittendrin in dieser Phase befinden wir uns gerade und deswegen jetzt gerade aus Mallorca aus dem Trainingslager hier quasi.
SPEAKER_03Absolut alles auf den Punkt gebracht. Ich glaube, das ist es. Also Pushing Limits ist irgendwie Kern der Sache, also diese Kommunikationsplattform, wo es um Triathl geht. Und getrieben irgendwie von unserem Interesse, das, was uns beschäftigt und was wir an dem Sport selber irgendwie lieben, das in irgendeine Form von Content zu bringen, also dann audiomäßig eben Podcasts oder dann auch mal so Video-Reportagemäßig auf YouTube und alles andere dann irgendwie in Textform auf der Website oder auf Instagram, das irgendwie so hinzubekommen, dass das die Leute, die selber Triathlon machen und ein Interesse an dem Sport haben, halt irgendwie begeistert. So, das ist, glaube ich, das, wie es sich beschreiben lässt.
SPEAKER_02Ja, cool. Ihr stapelt natürlich auch ein bisschen tief, weil ihr seid auch relativ gute Triathleten zumindest, was ich so oder wie wir uns auch vielleicht kennengelernt haben. Ihr habt jetzt viel über Pushing Limits geredet, was ihr natürlich da auch echt mega, mega cool aufgezogen habt. Aber ihr habt ja auch relativ gute sportliche Wurzeln. Und ich glaube, bevor wir so ein bisschen über das Project reden, was ihr jetzt, sag ich mal, gerade im Moment auch noch angeht, erzählt doch mal vielleicht so ein bisschen, wie war euer Einstieg so in Triathlon? Wie seid ihr überhaupt dazu gekommen, dass ihr vielleicht auch eine Medienplattform für Triathleten aufgezogen habt und warum macht ihr jetzt auch einfach so das Projekt? Ich finde die Storyline da einfach auch cool.
SPEAKER_01Oh, dann fangen wir jetzt ganz vorne an. Da können wir den ganzen Podcast mitfüllen hier. Ja, also ich bin jetzt zum Triathl gekommen 2008. Das war einfach so deswegen, weil ich zum Studium, zum Sportstudium nach Köln gegangen bin. Ich war vorher Schwimmer und ich weiß nicht wieso, aber Triathl habe ich immer so ein bisschen am Rande verfolgt und habe mich immer gereizt und dann mit diesem Schritt nach Köln hatte ich dann quasi keinen Schwimmverein mehr, hatte auch keine Lust mehr, in Köln einzusuchen. Hab dann für mich gesagt, okay, jetzt ist der Zeitpunkt da und habe mich einfach mal für ein Triathl angemeldet. Und ja, da war es dann um mich geschehen. Und ich war diesem Sport verfallen, kann man sagen. Und ja, würde mich dann so ein bisschen als den typischen ambitionierten Agegrooper beschreiben, der ich dann jahrelang war, habe 2011 meine erste Langdistanz in Rot gemacht, die dann direkt in neun Stunden sechs, also es war wahrscheinlich auch so sportlich mein größter Erfolg, würde ich jetzt mal so sagen. Ich habe ein paar kleinere Rennen irgendwie noch so gewonnen, so ein paar ganz, ganz lokale und wo keiner am Start war. Aber so, ja, das würde ich jetzt so zur sportlichen Historie bei mir sagen. Und nach diesem Rennen in Rot, also es war immer so mein damals, so mein Traum, ja, irgendwie so eine Langdistanz unter zehn Stunden machen. Das war, als ich angefangen habe mit dem Sport, so mein großes Ziel. Das hatte ich irgendwie damit erledigt und habe dann danach auch so ein bisschen diese, ja ich sag mal, Ambitionen für mich runtergeschraubt und habe das Ganze wirklich so immer noch auf einem guten Niveau, aber halt wirklich nach Lust und Laune betrieben. Also ohne irgendwie Trainingsplan und irgendeinem größeren Ziel dahinter, sondern ich hatte einfach Bock auf Triathlon, ich hatte Bock auf Schimmradfahren laufen und in Köln gibt es eine gute, große Triathl-Szene und irgendwer hat immer trainiert und irgendwer hat mich immer angerufen, ob ich Bock habe mitzutrainieren. Und da habe ich zu allem Ja und Arm gesagt. Und ja, also das war dann jahrelang einfach ein großes, ja, wirklich nach Lust und Laune und Bock haben auf den Sport und zu machen, was halt gerade irgendwie gepasst hat. Und hab dann mal mehr Wettkämpfe gemacht, mal auch gar keine Wettkämpfe gemacht und ja, irgendwann bin ich dann da in diese Medienwelt gerutscht und ja, aus diesem ganzen Sachen über Jahre ist dann eben über die Triathlon-Crew dann Pushing Limits entstanden. Und ja, da sind wir jetzt im heutigen Zeitpunkt.
SPEAKER_03Ja, bei mir hat Triathl angefangen 2006, ich habe vorher Fußball gespielt, hatte gar keine Vergangenheit irgendwie in einer der Ausdauersportarten und war dann, glaube ich, als ich das so aufgetan hatte, da im lokalen Sportverein einfach mal froh und ein bisschen Abwechslung. Und hab dann das, was man irgendwie in Nordrhein-Westfalen im Nachwuchssport so machen kann, mitgenommen. Da gab es so einen NRW-Nachwuchscup, hieß das. Also es waren dann fünf Wettkämpfe pro Jahr. Und dabei ist es dann, glaube ich, auch die ersten paar Jahre geblieben. Und dann habe ich ja irgendwie immer schon mehr Interesse an langen Strecken gehabt. Also Nachwuchscup ist logischerweise alles, was kurz ist, also Sprintdistanz. Und irgendwie hat mich aber Langdistanz und Ardman schon immer mehr fasziniert und mich hat es dann auch irgendwie relativ schnell auf die Mitteldistanz gezogen, wo ich mich dann ausprobiert habe. Und dann hat das im Triadon so in alle möglichen Richtungen bei mir geführt. Also mal vom ambitionierten Amateur versucht in den Profibereich reinzukommen. Das dann auch mal zeitweise alles Profi gemacht, das Ganze, und dann auch wieder die Rolle rückwärts zu einfach nur die Szene beobachten und irgendwie kommentieren, beim Triodon-Magazin im Praktikum dann und dann auch wieder mehr zurück zum aktiven Sportler. Also es war halt wirklich ein stetiger Wechsel in einem Rhythmus von ungefähr zwei Jahren immer da, bis dann 2017 eben das mit Bushing Limits sich da ergeben hatte, als neue Plattform, auf der ich kommunizieren konnte. Und das Schreiben von Texten war für mich eigentlich mehr so Beschäftigungstherapie. Also ich habe den Sport da aktiv gemacht, selber als Athlet, und war halt irgendwie dann auch in der Szene relativ tief drin und hatte halt neben dem Training immer viel Zeit und viel Langeweile, die ich dann in das Projekt Pushing Limits gesteckt habe. Und das Projekt Pushing Limits hat dann irgendwann den Sport überholt. Und dann war es ab Ende 2018 so, dass ich dann nur noch Pushing Limits gemacht habe. Und genau, das ist das, was ich dazu sagen kann zur sportlichen Vergangenheit. Also wie gesagt, die Erfahrung da irgendwie vom Nachwuchsbereich bis in den Profibereich und Amateurbereich und dann eher auf den langen Strecken ist das, was mich irgendwie in einem Sport geprägt hat.
SPEAKER_02Ja, ja, cool. Was ich halt dabei so interessant finde, ist, dass wir letztendlich alle aus der gleichen Region kommen und letztendlich alle irgendwie in dieser Tredler- und Bubble halt irgendwie sogar geblieben sind. Und dass ich, also ich meine, ich bin glaube ich, ich habe mit Tredler angefangen 2008 und hab dann auch zum KTT gekommen, wo ihr, glaube ich, auch damals noch so Medium aktiv wart. Und Bocky, du bist dann beim KTT schon immer relativ schnell auch durchgestartet. Wir haben uns, glaube ich, nicht so oft gesehen, Niki habe ich auch nicht so oft gesehen, aber es war halt immer so, es war eigentlich ein Dunstkreis. Dann war noch halt noch Sebastian Zeller da, es war ein Benja war da, es waren so viele einfach da, die jetzt letztendlich immer noch irgendwie in dieser Tretlon-Bubble unterwegs sind. Und das scheint halt irgendwie eine relativ gute Konstellation damals gewesen zu sein, dass man halt Bock hatte, da einfach auch mehr zu machen. Und das hat letztendlich bei uns allen ja irgendwie diesen Drive initiiert. Und das finde ich halt so cool an der ganzen Geschichte. Und das ist halt irgendwie auch, was ich einfach spannend finde, dass man sich halt letztendlich sich auch so wieder so connectet. Aber erzähl mal, dass jetzt letztendlich Bocky, du warst Profi, du hast eine 829 stehen, bevor du letztendlich Profi geworden bist, Bock, du hast auch eine 906 stehen, was du gerade gesagt hast. Und jetzt habt ihr aber wieder irgendwie Feuer gefangen zu sagen, ja, ich hab irgendwie nochmal Bock, zu gucken, was da einfach auch nochmal so geht. Wie hat sich das so für euch entwickelt?
SPEAKER_01Ja, das war also angefangen hat alles mit so einer langen Triathlon Durststrecke, die sich Corona immer noch nennt. Und wir sind dann ja zum ersten Rennen, was dann wieder stattgefunden hat, nach Gran Canaria geflogen. Und das war letztes Jahr im April und wir sind aus dem Flieger gestiegen und haben gesagt, boah, das Klima hier einfach geil. Dann hatten wir ein Hotel mit Balkon, direkt Meerblick und dann standen wir abends auf dem Balkon und dann hatten wir zur Ankunft schon drei Bier getrunken. Und dann habe ich nur zu Bocky gesagt: so, boah, ey, nach der ganzen Corona-Zeit so irgendwie einfach so in so einem Klima abhängen und nur Sport machen, das wäre schon geil. Und da hat Bocky mich dann schon angeguckt und meint, ey, ich habe den ganzen Scheiß schon gemacht mit Trialon-Profi sein. Das ist geil, wenn du hier die zwei Wochen in einem Trainingslager irgendwo in der Sonne bist und wenn du dann aber wieder zu Hause bist, kommen auch wieder andere Themen und dann ist es auch nicht so geil. Und ausgehend davon ist dann irgendwie immer so eine Diskussion entstanden über die nächsten Wochen und Monate, wo man dann mal Vor- und Nachteile diskutiert hat, ob das für Pushing Limits was sein könnte, ja oder nein. Und irgendwann kam Bocky, ich weiß gar nicht was, es war auf jeden Fall warm. Es war sehr heiß, es war 30 Grad oder sowas, kam Bocky ins Büro, hat Laufsachen mitgebracht und gesagt, ey, ich habe heute Bock, meine Lieblingseinheit zu laufen, acht mal tausend. Also völlig aus dem Nichts raus und auch komplett unnütz. Und ich habe es bis heute nicht verstanden, warum wir das machen mussten und warum ich Ja gesagt habe. Auf jeden Fall sind wir dann los und nach vier Stück wollte ich aufhören. Und dann hat Bock gesagt, ey, Stangbock, wenn du jetzt durchziehst, die acht Stück, dann reden wir ernsthaft darüber, ob wir nächstes Jahr zusammen nochmal einen Ironman machen. Da habe ich gesagt, die Chance wollte ich mir nicht entgehen lassen und hab dann mit wirklich auf dem Zahnfleisch die letzten viermal tausend noch irgendwie durchgezogen. Ja, und ab da hat es dann immer mehr so eine Wende gefunden. Und es war dann immer, also es reicht ja nicht jetzt irgendwie zu sagen, wir trainieren jetzt nur und machen dann Iron Man und gucken, was rauskommt, sondern uns war halt wichtig, okay, was hat das jetzt für einen Sinn? Was können wir machen? Was können wir darüber berichten? Also was ist der Mehrwert jetzt, dass wir jetzt Sport machen einfach den ganzen Tag? Und haben dann halt für uns gesagt, okay, es gibt sehr, sehr viele Profis da draußen, aber es gibt sehr wenige, die einfach, klar, ist es auch immer noch, können wir jetzt nicht jeden, jedes Profi-Leid oder Schicksal oder sonst was abdecken, sondern man weiß eigentlich relativ wenig, wie ist es wirklich, Profi zu sein. Also was sind jetzt die negativen Seiten, was sind die positiven Seiten, da berichten irgendwie doch relativ wenig Leute drüber und man weiß sehr, sehr, sehr wenig. Und natürlich, das ist vielleicht auch noch bei uns bei der einen oder anderen Stelle immer noch nicht ganz deutlich rübergekommen. Man muss auch sagen, wir können jetzt nicht für die breite Profi-Szene sprengen. Also jemand, der gerade anfängt und sich entschieden hat, den Schritt zu gehen, ich werde jetzt Profi und mache das jetzt und hat noch keinen Sponsor, bis hin zu Jan Fodeno, der sich da keine Sorgen mehr machen muss, können wir ja gar nichts alles abdecken, sondern nur unsere Seite eben abdecken und unsere Geschichte erzählen, wie es für uns ist. Und das haben wir uns dann so ein bisschen zur Aufgabe gemacht, dass das für Push in Limits dann jetzt so ein halbes oder ein Dreivierteljahr einfach stattfindet, dass das unser Hauptthema ist, dass wir sagen wollen, okay, wir wollen mal beleuchten, wie ist es eigentlich wirklich Profi zu sein und das auch nochmal selber zu spüren, um dann auch einfach in unseren weitergehenden Sachen mit Push in Limits auch nochmal einen anderen Blickwinkel drauf zu haben. Also dass man bei Rennen nicht wieder nur die drei gleichen Fragen stellen kann, so ja, wie war die Vorbereitung, fühlst du dich gut, wirst du gewinnen? Sondern dass man vielleicht auch mal da mit Profis über andere Dinge reden kann, weil man es selber irgendwie ein Dreivierteljahr mal wieder durchlebt hat. Und dann muss man ja noch sagen, es sind es auch noch zwei unterschiedliche Sachen. Für mich ist alles neu. Also ich arbeite das erste Mal irgendwie mit einem Coach zusammen in einer 1 zu 1-Betreuung. Hatte noch nie irgendwie überhaupt daran gedacht, dass ich irgendwann mal diese Top-Bedingungen haben kann. Bocky auf der anderen Seite war schon mal, wie er gesagt hat, Triadon-Profi, kann er gleich aber selber auch noch erzählen. Die Möglichkeiten, die wir jetzt haben, sind natürlich aber komplett andere, als er damals hatte als Profis, die jetzt jetzt einfach durch die Partner, die wir über Pushing Limits haben, natürlich viel, viel besser sind. Und ja, das war einfach dann so von unserer Seite aus so ein bisschen ursprünglich losgetreten von einem dummen Gedanken oder Spruch von mir, bis dann im Interesse, okay, wir machen uns das jetzt zur Aufgabe für uns, das mal zu durchleben und zu berichten, wie ist es denn, Trialon-Profite sein. Und das versuchen wir eben auf allen Ebenen zu machen und über alle Ebenen auch ganz offen zu kommunizieren und darüber zu sprechen, wo man ja sonst oftmals das Gefühl hat, dass viele auch immer nur über das reden, was halt gut ist und gut gelaufen ist.
SPEAKER_02Ja, ich finde es halt super interessant, weil einige von meinen Athleten jetzt vor allen Dingen Leonie und Lars, die letztendlich in einer Situation sind, wo sie sich überlegen müssen, ob sie weiterhin Amateur sind oder Profi. Ich meine, Leonie startet schon bei den Profis, ist aber letztendlich als Ärztin voll angestellt. Und letztendlich hat es unglaublich viel damit zu tun, dass sie sich erstens das nicht so, dass sie nicht genau wissen, was auf sie zukommt. Also genau das, was du gerade gesagt hast, dass es eine ziemliche Grauzone ist, was da passiert. Und dass natürlich nicht jeder Triathlet halt so viel verdient wie Antrodino. Das ist definitiv natürlich irgendwie auch ein wichtiges Topic. Aber fühlt ihr euch jetzt, oder erzähl mal, was würdest du sagen, ist der Unterschied zwischen einem Profi und einem sehr, sehr guten Amateur? Oder was würdet ihr sagen?
SPEAKER_01Kannst du das besser beantworten oder ich? Also wie gesagt, ich wer jetzt irgendwie vielleicht beide Podcasts von uns, unseren auch und deinen verfolgt, der hat es vielleicht bei uns auch schon mal gehört, wir stellen uns ja auch in unseren Podcasts dann regelmäßig die Fragen, fühlen wir uns jetzt schon als Profi oder nicht. Und ich sage ja immer, boah, also irgendwie von der Leistung, so fühle ich mich jetzt noch überhaupt nicht als Profi. Aber was ich jetzt sagen muss von den Trainingsbedingungen, die ich jetzt gerade habe, die sind absolut Profi-like und das ist ein Riesenunterschied. Also einmal für, ich sage es jetzt einfach mal, kann ich auch nur aus meiner Warte ist es so, der große Unterschied zu meiner damaligen Zeit als Amateurathlet, der ist natürlich ein bisschen extrem, weil ich auch nie mit einem zum Beispiel Trainer alleine zusammengearbeitet habe, sondern alles so ein bisschen immer für mich zusammen gewurschelt habe und auch viel Nachlust und Laune trainiert habe, aber trotzdem irgendwie viel und auch hart, weil ich Bock hatte. Also diese Professionalisierung einmal auf Coach-Seite, auf Seite der Trainingsbedingungen. Also darunter zähle ich jetzt einfach mal, dass ich Sport an erster Stelle an meinem Tag stelle und dann alle weiteren To-Dos da irgendwie zwischen die Einheiten sortiere oder an die Ruhetage lege oder an die Entlassungstage lege. Und der Priorisierung, dass halt möglichst wenig Training irgendwie durch andere Sachen ausfällt und ich eben das, was ich zu tun habe, meinen Trainingsplan zu absolvieren, im bestmöglichen Falle eben eben machen kann. Also ist dein Fokus der allergrößte Unterschied.
SPEAKER_02Also sorry, es ist dein Fokus, sag ich mal, voll auf dem Training, dass du sagst, okay, also Prio Nummer eins ist Training für mich.
SPEAKER_01Ja, wenn ich das, also wenn ich es bei mir nicht machen würde, dann würde viel, viel mehr ausfallen. Also dann, es war für mich auch so ein wirklich großer Schritt. Da habe ich dann viel von oder auch geguckt, wie Bocky das macht oder wir haben da viel drüber gesprochen, dass ich mich überhaupt anfange, wirklich gut zu strukturieren, weil ich sonst einfach diese ganzen Tasks, die wir haben, nicht unter einen Hut bekomme. Und dann ist es bei mir so, ja, dann sage ich, es gibt jetzt Wichtier zu tun, dann fällt auch mal das aus und das aus. Aber dann ist es ja nicht mehr dieser Anspruch, den wir selber an uns gestellt haben, dass wir sagen, wir wollen jetzt, es funktioniert auch bei mir aktuell nur, weil es eine begrenzte Zeit ist. Dass ich sagen kann, okay, ich weiß, bis Rot ziehe ich jetzt durch und bis Rot ist Sport eben meine Priorität Nummer eins.
SPEAKER_02Das kann ich voll gut nachvollziehen. Weil als ich, als ich 2018 in der Swift Academie war, war das für mich auch so eine Legitimation zu sagen, ich gebe einmal jetzt Vollgas. Also ich mache jetzt nichts irgendwie so was anderes nebenbei und ich darf irgendwie meinen Fokus wegschiffen vom Studium auf den Amateur-Triatlon-Bereich. Das war für mich so eine Erlaubnis, das irgendwie mal zu machen. Und ich finde auch, dass das voll das Mindset-Ding ist. Also auch so diesen Fokus auf Dinge einfach dann zu verschieben.
SPEAKER_01Ja, also das ist bei mir auch immer noch ein Prozess. Also ich versuche das, mir gelingt es mal besser, mal schlechter. Ich bin da jetzt nicht besonders gut drin, dass ich jetzt sage, ey, Sport ist jetzt Prio ein, sondern ich habe halt auch Bock auf viele andere Dinge. Und ich habe auch mal Tage, wo ich sage, boah, gar keinen Bock, aber ich ziehe es halt jetzt durch irgendwie, weil ich mich zu diesem Projekt committed habe.
SPEAKER_02Ja. Und Bocky, wie ist das bei dir?
SPEAKER_03Also im Moment ist natürlich schon ein Sport, das was den Alltag bestimmt, auf jeden Fall, was den Ablauf vorgibt und die Hauptaufgaben, die sich so unterbringen lassen müssen, auf jeden Fall. Bei mir ist es jetzt nicht so, dass ich es nur machen kann, weil es zeitlich begrenzt ist. Also die Vorstellungskraft, das auch über das Rennen oder diesen Projekt Zeitraum hinaus zu machen, habe ich auf jeden Fall. Was bei mir da eher so im Wege steht, ist dann der eigene Anspruch, den ich habe, wo ich auch gerade im Moment das Gefühl habe, dem gar nicht gerecht zu werden, was eigentlich mit Pushing Limits ist. Also im Moment bin ich halt zuverlässig, und hinterher den Trainingsplan zu erfüllen und da irgendwie das Ganze sauber zu machen. Und gleichzeitig habe ich das Gefühl, dass halt alles, was begleitend passieren sollte, was wir uns halt vorgenommen haben für Pushing Limits, auf der Strecke bleibt. Oder beziehungsweise dass ich das nicht mehr wirklich befruchten kann, was wir da eigentlich geschaffen haben. Und das ist natürlich was, was mich dann wiederum unzufrieden macht und was dann am Ende zu dem Konflikt, über den man sich Gedanken machen, führt, was will ich langfristig machen. Also ist es irgendwie dieses Sportding, wo man, wo man sich halt schon sehr dahinter stellen muss. Oder ist es Pushing Limits, weil ich finde es immer schwierig, so irgendwie beides zu machen. Irgendwie beides zu machen, führt halt am Ende wahrscheinlich zu einem Ergebnis, mit dem man weder noch ganz zufrieden ist. Und deswegen ist das sicherlich, was irgendwie aufkommt. Aber jetzt gerade habe ich mich dafür entschlossen, das zu machen und das dann irgendwie durchzuziehen. Und dementsprechend ist das irgendwas, was dann aufkommt, noch mit dem ich mich irgendwie beschäftigen muss. Und wo ich auch mal quasi tageweise sagen würde, ich mache es auf jeden Fall so. Und einen Tag später sage ich, nee, ich mach's doch so. Also es ist halt gerade echt dieses Hin und Her, was man ja irgendwie kennt, wenn man sich mit einem Thema beschäftigt und eine Entscheidung irgendwie haben möchte. Und dementsprechend ist es, um die Frage zu beantworten, auf jeden Fall so, dass ich im Moment sagen würde, ich bin Triad und Profi. Alles andere wäre fast respektlos denen gegenüber, die das seit Jahren machen und die gesagt haben, ich bin bereit, irgendwie total in den Sport zu investieren mit Zeit, eigenem Geld, aller Energie, die man so hat. Und dann unter den Voraussetzungen, die wir haben, zu sagen, ich fühle mich nicht als Profi, das könnte ich irgendwie, glaube ich, mit einem Gewissen fast nicht vereinbaren. Ja, okay, verstehe.
SPEAKER_02Ich habe mir mal so eure Trainingsstunden angeguckt. Und ihr seid ja da relativ offen, was das angeht auf Social Media, auf eurem Instagram-Kanal. Gerade findet man ja eigentlich immer, was ihr so über die Wochen macht. Und vermutlich werden jetzt einige Amateure sagen, wenn sie jetzt bösartig sind, wie Profi. Die trainieren ja nur irgendwie zwischen 15 und 23 Stunden jede Woche. Was ist da los? Das ist doch kein richtiger Profi. Jan Frohdeno trainiert doch immer 30 oder 35 oder 40 Stunden jede Woche.
SPEAKER_03Was würdet ihr dazu sagen? Ich würde erstmal insofern widersprechen, dass niemand genau weiß, wie viele Stunden Jan Frodeno tatsächlich trainiert. Das würde ich mal zur Diskussion stellen und eventuell sogar ein Fragezeichen dahinter machen, ob es tatsächlich so viel ist, wie die Mythen irgendwie verlauten lassen. Die Sache ist halt die, dass wir angefangen haben, da spreche ich, glaube ich, für uns beide, sind wir halt irgendwie daher gekommen, dass wir schon Sport gemacht haben, aber weder konstant noch mit irgendeinem Anspruch, noch in einem gewissen Umfang, der uns belastbar gemacht hätte. Also mal Rad gefahren, mal gelaufen, mal dies ausprobiert, mal das gemacht. Aber halt nicht so, dass du von jetzt auf gleich sagen kannst, her mit den 30 Stunden Training und das ist das, was die Profis machen, das machen wir jetzt auch. Also das hätte gar nicht funktioniert. Das hätte dazu geführt, dass wir wahrscheinlich nach drei Wochen verletzt gewesen wären. Das heißt, es musste sich auch erstmal aufbauen über diese 12 Stunden, 13, 14, 15 Stunden in den ersten, weiß ich nicht, lass es sechs, sieben, acht Wochen gewesen sein, dahin, dass wir dazu imstande waren, 20 Stunden die Woche zu trainieren. So, und mittlerweile ist es wahrscheinlich eher dann so bei 24 Stunden die Woche, also auch schon nochmal ein bisschen was drauf gekommen. Das heißt, wenn man sich die prozentualen Wachstumsschritte des Trainingsumfangs pro Woche anguckt, dann ist es eigentlich für die Kürze der Zeit schon relativ gut, wo wir hingekommen sind. Und wenn ich mir jetzt angucke, dass ich in den letzten sieben Monaten, wo ich jetzt das Training mache, bis auf drei Tage, an denen ich erkältet war, keine einzige Einheit hatte, die ausgefallen ist. Also ich habe keine einzige Einheit ausfallen lassen. Dann spricht das halt für mich dafür, dass ich dann lieber 18, 20 oder 22 Stunden die Woche trainiere, aber dafür über den kompletten Zeitraum hinweg ohne ein WWchen, ohne einen Ausfall, sondern einfach komplett konstant durchziehen kann. Was bringt es mir, wenn ich drei Wochen 28 oder 30 Stunden die Woche trainiere und danach drei Wochen brauche, um mich überhaupt zu erholen, wieder klar zu kommen und möglicherweise noch eine Achyliseenentzündung provoziert habe oder sonst irgendwas, dann habe ich davon weniger, anstatt am Ende jetzt acht Monate durchtrainiert zu haben und an der Startlinie zu stehen, mit einer Vorbereitung, die ich für mich in irgendwie dann 15 Jahren Drehung noch nie hinbekommen habe am Stück. Und das geht halt nur mit einem gewissen Grad an Belastung. Und da mag das sein, dass Profis, die länger im Geschäft sind, wie eigentlich alle Profis, 30 Stunden trainieren oder vielleicht auch ihre 30 Stunden brauchen, um überhaupt entsprechende Leistungen bringen zu können. Aber ich würde, glaube ich, einen Profi nicht nur anhand dessen festmachen, wie viele Stunden der pro Woche trainiert. Weil, wenn wir ehrlich sind, gehört er da viel mehr dazu, anstatt nur Trainingsleistungen zu bringen. Also die Diskussion haben wir ja auch schon häufig mitbekommen, kann man auch in den aktiven Triadon-Foren, die es noch so gibt in Deutschland. Also Triadon-Szene.de zum Beispiel ist da aktiv, super gut verfolgen. Also selbst die breite Masse nimmt den Profi nicht mehr nur anhand von Training und sportlicher Leistung wahr, sondern auch anhand dessen, was er drumherum noch macht. Also gucke ich mir den Tag heute an, dann haben wir Entlastungstag, am Ende aber auch zwei Stunden trainiert, aber halt auch irgendwie uns sechs Stunden lang mit Pushing Limits befasst. Ein Instagram-Post gemacht, vernünftige Bilder rausgesucht, wir haben hier einen Fotografen dabei die ganze Zeit, der das begleitet. Wir haben dann heute zwei Podcasts aufgenommen. Den einen, der muss noch fertig gemacht werden und veröffentlicht werden. Dann haben wir gleich hiernach direkt noch einen Call, wo es um eine Charity-Aktion geht und solche Sachen. Also es sind alles Sachen, die man nicht in den Trainingsstunden sieht, die aber sicherlich dazugehören, wenn du sagst, ja, irgendwie bin ich Drehum-Profi und mit dem, was ich da mache, möchte ich halt auch irgendwie was bewegen oder was draus machen. Und deswegen ist halt das nicht einfach nur auf den Trainingsplan abzuwälzen.
SPEAKER_02Klar, und man hat ja auch, nicht jeder Profi hat ja irgendwie einen Agent, der dann irgendwie solche Sachen, sag ich mal, übernimmt und halt solche Mediatermine einfach mal eben wegfluchst. Und ich glaube eben, was die meisten Amateure nicht so ganz verstehen und was du auch gerade gesagt hast, ist einfach, dass diese Konsistenz, dieses, dass man es eben über Jahre macht und dass man über nicht drei Monate mal gut trainiert, sondern dass man über sechs Monate, acht Monate, zehn, zwölf Monate im Jahr halt einfach gut trainiert und an sich arbeitet und da halt einen gewissen Fokus drauf hat, dass das letztendlich das ist, was dich wirklich fit macht und dich wirklich einfach auch dann leistungsfähig an die Startlinie bringt.
SPEAKER_01Ja, ich würde sogar sagen, dass das, was wir gerade machen, also bei mir definitiv sogar auch schon eine Gratwanderung ist, ne? Also mit den Stunden, wenn ich jetzt konstant über die komplette Zeile schaffe, irgendwie 18 bis 22 Stunden zu trainieren, dann ist es sicherlich auch an der obersten Grenze, was mein Körper irgendwie wegpackt, weil ich habe jetzt auch noch keine Zipperleihen, keine WWchen oder keine Verletzungen gehabt wie Bocky. Also das passt bei uns beiden bis jetzt alles super gut. Aber nach irgendwelchen harten Tagen, Intervallen und sonst was, merke ich einfach schon, dass die Muskulatur einfach dicht ist und ich eine Erholung brauche. Und da funktioniert die Belastungssteuerung zum Glück mit Nils bei mir und bei Bocky mit Lauso so gut, dass wir bis jetzt komplett durchgekommen sind. Aber ich kann auch sagen, ich habe jetzt einmal im Trainingslager ja 30 Stunden trainiert auf Fuerte Ventura und da war so, das würde ich nicht aufrechterhalten, körperlich. Da wäre ich wahrscheinlich in ein paar Wochen einfach verletzt, weil da fehlt auch gerade bei mir einfach wirklich dieser Background über Jahre, was ich dann Profis aufbauen. Also das ist, man kann nicht einfach 30 Stunden trainieren und das über Wochen oder Monate hinweg und hoffen, dass es schon gut geht.
SPEAKER_02Nee, gar nicht. Und das ist ja auch nicht sinnvoll, muss man sagen. Also Qualität schlägt ja dann auch einfach Quantität. Und also ich hätte zum Beispiel Angst bei einigen von meinen Amateuren, die halt irgendwie sagen würden, sie würden jetzt Profi werden, dass die dann eben genau kompensieren ultimativ mit dem Volumen, dass sie einfach sagen, okay, ich habe jetzt eigentlich wenig anderes und ich muss jetzt einfach trainieren und ich muss jetzt letztendlich meine Stunden verdoppeln. Und das finde ich eben schwierig bei gerade Leuten, die dann auch, sag ich mal, den Schritt nach vorne machen wollen, dass man das eben sinnvoll aufbaut und eben guckt, was macht doch wirklich Sinn vom Volumen her und welche Qualität kann ich mit dem Volumen halt noch aufrechterhalten.
SPEAKER_03Absolut.
SPEAKER_02Ja, aber ich sag mal, Butter bei die Fische, seid ihr denn schon fit?
SPEAKER_01Also ich habe ja noch ein bisschen länger Zeit als Bocki. Bocki startet ja schon ein paar Wochen in Südafrika und da wissen wir mehr. Wir haben sogar lustigerweise gerade eben unseren Podcast aufgenommen, der auch heute noch online geht und genau darüber so ein bisschen auch philosophiert, nenne ich es mal. Also wir haben auch gesagt, was sollen wir jetzt sagen, ob wir fit sind? Also die Trainingsleistungen sind bei mir, so wie auch bei Bocky, super. Das heißt aber alles noch lange nicht, dass wir auch ein gutes Rennen machen. Also ein Ironman ist dann halt am Ende doch was anderes als fünfmal vier Minuten auf dem Fahrrad schnell fahren und ganz tolle Wattwerte fahren oder von mir aus ein tolles HÜFT-Rennen fahren und bessere Werte fahren als irgendwer anders. Das heißt trotzdem noch nicht, dass du am Ende des Tages beim Iron Man jetzt einen geilen Tag hast, ein geiles Rennen machst und alles irgendwie zusammenpasst. Also wie Bocky, also Bocky sogar noch mehr als ich, das bis auf eine Erkältung drei Einheiten ausgefallen, das war's. Das heißt, die Arbeit, die uns von unseren Coaches, den wir absolut zu tausend Prozent vertrauen, haben wir eingehalten, haben wir gemacht und die Trainingsleistungen, sagen, ich spreche jetzt einmal für uns beide, sind auch so, dass wir happy sind. Und dann schauen wir einfach beim Rennen, was am Ende rauskommt. Also wenn du jetzt die Frage stellen willst, sind wir fit, würde ich sagen, ja. Und was bei rauskommt, ist dann jetzt eben für uns so dieses Spannende, was dann von dem ganzen Projekt eigentlich, sag ich mal, die Kirsche auf der Torte ist am Ende des Tages, weil das ist was, wo man sich dann ja so ein bisschen die Belohnung vielleicht auch für die ganze Arbeit holen kann, aber was du auch nicht beeinflussen kannst. Ich meine, Langdistanz, wissen wir alle, ist halt einfach ein Biest und alles kann passieren.
SPEAKER_02Ja, absolut, keine Frage. Ich meine, wie du das auch sagst, es ist ja letztendlich die Kür des Ganzen. Und nur wenn man trainiert hat, nur wenn man nur an seiner V2 Max gearbeitet hat, heißt das nicht, dass man dann eben das Ganze transferieren kann, eben auf den Iron Man. Absolut. Ich sag mal, wie habt ihr oder wie hattet ihr so den Eindruck, wie habt ihr euer Training aufgebaut oder wie haben eure Coaches euer Training aufgebaut? Hattet ihr da Unterschiede? Wie war das, wie ist so die Vorbereitung da bei euch gelaufen?
SPEAKER_03Also interessanterweise war das Training, obwohl wir unterschiedliche Trainer haben, in den ersten Monaten zu 99 Prozent identisch. Also wo viel irgendwie V2-Max-Intervalle auf dem Rad anstanden, Hügeläufe im Laufen und solche Sachen, also wo man so die Basis für eine Triathlon-Saison eben mit legt. Ich glaube, das ist so sehr verbreitet, was wir da gemacht haben. Also da war nichts irgendwie absolut Abgefahrenes dabei oder was man noch nicht kennt oder wo man sagt, nee, das behalten wir jetzt für uns, weil das funktioniert unheimlich gut und das ist das Geheimnis, was nur unsere Trainer kennen. Das verraten wir erst nach Südafrika oder nach Rotband. Wenn einer von uns ein gutes Rennen gemacht hat, dann verraten wir erst die wirklichen Geheimnisse. Und das war irgendwie spannend zu sehen, dass man, obwohl man mit unterschiedlichen Trainern zusammenarbeitet, das halt so gleich ist und dass das auch dazu führt, dass man vergleichbare Entwicklungsschritte macht. Also wir haben ganz am Anfang eine Leistungsdiagnostik gemacht, um so einen Status quo zu haben und dann drei Monate später nochmal eine, um zu sehen, was ist jetzt passiert. Und das, was passiert ist, war bei beiden in Verhältnis gesehen gleich. Also wir haben uns beide weiterentwickelt, logischerweise irgendwie, wenn man trainiert, und dann aber halt auch irgendwie prozentual gesehen zu gleichen Teilen. So, das war irgendwie ganz spannend. Und dann ist es aber so, dass Nick ja das Rennen in Rot macht, also erst im Sommer, und ich jetzt im April schon in Südafrika den Ironman. Das heißt, irgendwann kam halt der Punkt, wo sich es logischerweise voneinander entfernt hat, was man im Training macht. Und bei mir ist es dann seit Januar, Mitte Januar dann so ein bisschen spezifischer geworden. Das ist das halt dann eher Richtung Race-Pace-Geschichten und Ausbildung von irgendwie den Dingen ging, die man für eine langen Strecke dann eben braucht. Und bei Nick ist halt so zwischen den Welten, immer noch so, ich würde sagen, mit der Saisonvorbereitung.
SPEAKER_01Ja, genau. Also bei mir, wie Bocky schon gesagt, am Anfang waren es diese typischen Geschichten und bei mir war jetzt so ein bisschen dieser Übergangsbereich, wo du noch irgendwie ein paar V2-Max-Sachen gemacht hast und jetzt bin ich gerade so in der Phase, wo ich immer weiter weggehe oder weniger V2-Max-Geschichten mache und mich so ein bisschen in diesen EB-Bereich von den Intensitäten begebe und im Kraftausdauerbereich anfange zu arbeiten und die Intervalle werden eben entsprechend auch länger. Also Bocky ist dann so direkt von den Hügelläufen in Tausender zum Beispiel gegangen, wo es dann klar war, dass Südafrika anstand und bei mir war dann noch so okay, von den 30 Sekunden, 45 Sekunden, eine Minute Hügelläufe bin ich dann auf die Bahn gegangen und da mit 200er angefangen, dann so mit 200, 300, 400er Intervallen und Pyramiden gearbeitet. Und ich laufe jetzt morgen das erste Mal sechsmal 1000. Also sprich, Bocky hat einfach sozusagen, weil dann die Entscheidung oder das Wettkampfgeschehen vorgezogen wurde, so diese Übergangsphase einfach streichen müssen aus gegebenen Umständen, einfach weil dann Rot nicht starten kann. Und ich bin mich oder befinde mich jetzt gerade dann quasi eben in genau diesem Übergangsbereich von V2 Max hin zu dann spezifischem Langdistanztraining, sage ich jetzt mal.
SPEAKER_02Ja, okay. Also habt ihr, sag ich mal, so einen klassischen Aufbau gemacht, wo ihr zuerst eher so polarisiert viel gemacht habt, mit Low Intensity und V2 Max. Und jetzt kommt ihr wahrscheinlich so ein bisschen mehr Richtung Kraftausdauer und dann einfach Racepace.
SPEAKER_03Genau.
SPEAKER_02Ja, exakt. Haben euch da eure Coaches geholfen? So, ich sag mal, Nick, du hast das ja auch schon ein bisschen angesprochen, so auch so das Thema, dass man accountable ist und dass man gewisserweise auch seine Verantwortung vielleicht auch abgibt, so in gewisser Weise. Hat euch das geholfen?
SPEAKER_01Also für mich auf jeden Fall, es war jetzt so ein bisschen eh so ein Einlassprozess, weil ich ja noch nie mit einem Coach 1 zu 1 zusammengearbeitet habe. Es war eine Sache, auf die ich super gespannt war und auf die ich richtig Bock hatte, das auf der einen Seite mal auszuprobieren. Und auf der anderen Seite war es dann aber auch klar, wenn ich es mache, dann lasse ich mich auch zu 100% drauf ein. Und ich habe jetzt mit Nils noch nie irgendwie diskutiert über eine Training-Session. So, ich will jetzt aber lieber schon Tausender laufen, wie Bocky. Oder ey, der macht da eine geile Einheit und kann ich die nicht auch fahren. Sondern ich habe da gesagt zu 100%, ey Nils, ich gebe dir die Verantwortung fürs Training zu 100% ab. Und so klar, wenn irgendwo im Training was nicht läuft oder was nicht schaffe, oder wenn irgendwas zu hart ist oder zu locker ist oder sonst was, darüber kommunizieren wir sehr, sehr ausgiebig. Aber ich werde dir, also ich habe halt gesagt, ich vertraue dir da und mache genau das, was du mir quasi aufgibst. Und auf der anderen Seite schaue ich, dass ich alles in meinen Möglichkeiten tue, diese Sachen, die du mir aufschreibst, auch eben zu erfüllen, was dann wieder nur geht, wenn ich sage, okay, der Sport ist jetzt da an Priorität 1 einfach bei mir und ich versuche halt da alles entsprechend umzusetzen.
SPEAKER_03Ja, eigentlich genauso. Ich glaube, das ist Grundvoraussetzung dafür, wenn du dich dazu entscheidest, mit einem Trainer oder einer Trainerin zu arbeiten, dass du Verantwortung abgeben willst. Also gar nicht, dass das eine Überwindung ist, sondern dass das klar sein sollte, dass es dann auch nur funktioniert, wenn du hundertprozentiges Vertrauen in diese Person dann hast. Und sonst kannst du es dir auch schenken. Also wenn dir jemand einen Plan schreibt und in der Annahme, das ist das Beste für dich und das führt dich deinem Ziel näher und du dann denkst, ich weiß es aber besser oder ich habe Lust, was anderes zu machen, dann widerspricht sich das ja total. Also irgendwie ist für mich auch das Ding, ein Trainingsplan klingt jetzt vielleicht ein bisschen hart, aber es geht zumindest, beschreib es euch mal, was ich sagen will. Ein Trainingsplan ist das Ende vom Lustprinzip. Also wenn du nur nach Lust und Launesport machen willst, dann brauchst du keinen Trainingsplan, sondern wenn du sagst, der Prozess macht mir Spaß, mich auf den Wettkampf vorzubereiten und das Gefühl zu haben, das bringt mich beim Ziel, das ich mir gesteckt habe, näher. Dann muss man das halt irgendwie als Weg sehen, was Spaß macht und nicht mehr als Tagesbeschäftigung oder so. Es hört halt auf, dass du sagst, beim Frühstück guckst du aus dem Fenster und das Wetter ist schön, dann sagst du, boah, heute habe ich Lust, drei Stunden Rad zu fahren, dann gehst du drei Stunden Radfahren und sagst am Ende, das war ein super Tag. Das ist halt dann nicht mehr, sondern wenn dann da beim Blick aus dem Frühstücksfenster plötzlich das Wetter gar nicht so schön ist und drei Stunden Radfahren stehen, dann machst du es halt trotzdem. Obwohl du vielleicht sagst, ja, heute ist es eher so das Wetter, wo ich auf dem Sofa bleiben würde oder so. Also so sehe ich es zumindest.
SPEAKER_02Ist denn euer Trainingsplan so ein Stein gemeißelt für euch? Für mich ja, ja.
SPEAKER_01Ja. Also das ist ja auch so dieses Ding, wo wir, ich glaube, das liegt auch daran, dass wir, weil wir uns darauf auch von Anfang an eingestellt haben und gesagt haben, das wollen wir so machen. Also wir wollen quasi in allen Bereichen, so, ich setze jetzt ja mal in Anführungsstriche, professionell arbeiten, wie es nur geht und wie es in unseren Möglichkeiten ist. Und da ist es auch eben so, ey, wenn ich mich jetzt zu 100% irgendwie, oder wir haben ja auch lange überlegt, mit wem arbeiten wir zusammen, welcher Trainer passt zu uns und wer hat irgendwie wozu einen guten Draht und vertraut der Person. Dann war es irgendwie dann auch klar, okay, da wird ein Plan geschrieben und der wird irgendwie umgesetzt. Und das hat jetzt bei beiden von uns, auch von der Umsetzung, vom Workload und von allen Sachen irgendwie von Anfang an so gut funktioniert, dass wir, wie gesagt, keine Zipperlein hatten, wir haben es hingekriegt, wir haben uns während des Trainings gut gefühlt, man hat sich verbessert. Es gab keinen, also es gab bis jetzt keinen einzigen Anlass, weder bei Niklas noch bei mir, zu sagen, wir müssen irgendwie mal im Plan was anpassen oder umstellen oder sonst was, sondern ich glaube, da spreche ich jetzt für mich, bei mir ist es so, dass ich sogar immer mehr, also sogar, es war am Anfang eine bewusste Entscheidung, ich mache das jetzt so und weil es aber so gut funktioniert, stelle ich das auch gar nicht mehr in Frage oder maß mir gar nicht an, zu sagen, ich wüsste es jetzt besser oder ich muss es besser oder das würde ich jetzt umstellen oder anders machen. Ich glaube, das kann man vielleicht machen, wenn man fünf oder zehn oder 20 Jahre schon Profi ist und einfach seinen Körper viel besser kennt, aber in diesen Bereichen, trainingstechnisch, stundentechnisch, wo ich mich gerade bewege, war ich ja noch nie. Also das heißt, da habe ich überhaupt keine Erfahrungswerte und könnte da überhaupt niemandem sagen, was man jetzt besser oder anders machen sollte. Und dementsprechend mache ich mir da gar keine Platte drum.
SPEAKER_02Okay. Ja, also ich glaube, das sind einfach vielleicht auch ein bisschen zwei verschiedene Gegensätze. Also es ist, glaube ich, da sieht man.
SPEAKER_03Wie siehst du denn aus Trainersicht das Ganze? Sollte ein Trainingsplan in Stein gemeißelt sein.
SPEAKER_02Also wahrscheinlich, vielleicht machen das, aber wahrscheinlich machen das eure Coaches auch so. Also ich habe einerseits eine langfristige Planung natürlich. Das heißt irgendwie, dass ich in gewisser Weise die Blöcke langfristig aufsetze und plane. Und dann habe ich aber auch viel, was sehr kurzfristig passiert, über eben ja einen Feedback-Prozess eben mit meinem Athleten, wo ich aber auch ganz klar sage, so wenn Dinge nicht so gut funktionieren, dann passe ich auch an und auch schnell an. Das ist auf jeden Fall so.
SPEAKER_01Genau, das passiert bei uns beiden auch genauso. Also jetzt als Beispiel war es bei mir zum Beispiel so, als Nils eine zweite intensive Laufeinheit in der Woche mit dazu genommen. Hat, wo es vorher nur eine intensive Laufeinheit war, da habe ich es beim ersten Mal einfach nicht hingekriegt. So, da habe ich auch dann direkt Feedback gegeben, habe ihn angerufen und gesagt: So, ey, Nils, das war too much. Dann haben wir sofort die Tage danach rausgenommen und dann hat er gesagt, okay, dann ist das halt bei dir mit der zweiten Einheit müssen wir es langsamer aufbauen. Und er hat dann die zweite intensive Laufeinheit drin gelassen. Allerdings die Intervalle verkürzt und die Intensität für die zweite Einheit runtergenommen und das dann über Wochen wieder aufgebaut, sodass ich jetzt an einem Punkt bin, wo ich zwei intensive Einheiten die Woche hinbekomme. Also das passiert schon genau so auch. Also da ist jetzt nicht in Stein gemeißelt, dass ich meinen Plan jetzt bis rot auf dem Zettel stehen habe und der ist da, sondern jetzt bei mir gesprochen ist es oftmals so, dass ich montags und freitags Entlastungstage habe und ich bekomme dann am Montag meinen Plan, entweder für die Woche oder auch manchmal nur bis Freitag bis zum nächsten Entlastungstag. Dann sprechen wir, gibt es ein Feedback und dann kommt der nächste Block, der Plan.
SPEAKER_02Ja, cool. Ja, genau so. Klar, das denke ich auch, das ist ein gutes Vorgehen. Und du hast gerade schon, ich sag mal, für dich, Bocky, geht es jetzt erstmal nach Südafrika und für Nick, für dich geht es ja nach Rot. Was habt ihr, also habt ihr klare Zielformulierungen, was wollt ihr da erreichen? Und ja, wie geht es dann vielleicht auch für euch so weiter?
SPEAKER_03Gute Frage. Also haben wir immer mal wieder drüber gesprochen, was ist das Ziel eigentlich? Und so richtig konkret ist es halt echt schwer zu sagen. Also, man versteht auch immer mehr die Profis, die bei irgendwelchen Interviews vor den Rennen dann sagen, ja, hier sind alle am Stadion, alle gut trainiert und irgendwer wird es schon gewinnen und wir sind alle fit und mal gucken, wie es so wird. Also mit Ausnahme von mal gucken, wer gewinnt oder so, oder ja, also wie wir es hatten, ne, wir sind fit und wir können ein gutes Rennen machen, aber es ist halt super schwer, das abzugrenzen. Also, Nick hat noch nie irgendwie in dem Bereich Sport gemacht. Bei mir ist es irgendwie vier Jahre her, dass ich an der Startlinie mit anderen Profis stand, wo ich vorher vielleicht ein bisschen mehr auch wusste, wer startet eigentlich und wie kann man das Ganze irgendwie einordnen von dem, was ich kann. Was aber auch nie geklappt hat. Also wo ich mich dann immer aufgrund von vernünftiger Trainingsleitung habe, total selbst überschätzt habe, was dann dazu geführt hat, dass ich selten ein gutes Rennen gemacht habe oder Rennen gemacht habe, die der Trainingsleistung entsprochen haben. Von dem her tue ich mich da, was das angeht, eine vernünftige Zielsetzung für das Rennen auszugeben, total schwer. Also ich glaube halt, egal wie jetzt das Training in den letzten Monaten oder jetzt auch in den kommenden Wochen noch läuft, dass das Rennen weniger gut wird, als man glaubt. Also der Trainingsprozess hat gut funktioniert, die Trainingseinheiten, die sitzen auch und das ist alles irgendwie in Ordnung. Aber ich glaube halt, dass wenn du eine vernünftige Langdistanz machen willst, dann brauchst du länger als ein paar Monate Training. Okay, das glaube ich halt. Und von daher würde ich sagen, da kommt schon ein gutes Rennen dabei raus, aber viel mehr auch nicht. Und ich, ja, es ist immer noch nicht bekannt, wer jetzt zum Beispiel in Südafrika startet, weil es noch keine Startliste gibt. Das heißt, es ist jetzt halt dann auch irgendwie, kann man nicht sagen, ein gutes Rennen würde bedeuten, Top 15 oder sowas oder Top 10 oder keine Ahnung was, weißt du, wenn nachher nur acht Profis starten, dann ist das wieder obsolet. Also von daher ist das halt irgendwie auch noch nicht eine Frage, die man richtig beantworten kann. Und gleiches gilt für Rot. Das ist noch so weit weg, dass man halt jetzt nicht genau sagen kann, was wäre ein gutes Rennen. Verstehst du?
SPEAKER_02Ja, aber sabotierst du dich nicht auch selber, wenn du sagst, so ich gehe da mit. Also wenn du sagst, ich glaube, das Rennen wird nicht so gut wie mein, was ich eigentlich gerade abrufen kann.
SPEAKER_03Nee, also ich klar, das abzurufen, was man kann, ich würde mich nicht dagegen wehren, das abzurufen, aber ich glaube, das, was man abrufen kann, reicht nur für ein gutes Rennen. Das meine ich damit. Es ist jetzt halt nicht so, dass man, also ich würde jetzt nicht, wenn Laura sagt, 270 Watt ist das, was ich fahren soll, dann würde ich nicht 250 Watt fahren, nur um auf Nummer sicher zu gehen, sondern ich würde das dann schon versuchen, halt auch entsprechend umzusetzen. Nur ist es halt mit 270 Watt und dann noch einem Marathon 3 Stunden bis drei Stunden fünft, kommt halt nichts Weltbewegendes dabei raus auf Profiniveau. Verstehst du, was ich meine?
SPEAKER_02Okay, also definierst du dein Rennen nur über die Profis, die letztendlich da starten und wo du letztlich endlich dich da einsortierst. Also wenn du sagst so, okay, ich habe das Rennen meines Lebens, ich habe ein richtig geiles Rennen, dann ist das für dich trotzdem kein gutes Rennen.
SPEAKER_03Für mich persönlich schon, aber wenn, also du kannst es ja einmal so einordnen und einmal so. Also wenn ich jetzt für mich sage, das war das perfekte Rennen unter den Umständen der Vorbereitung und so weiter und so fort, dann bin ich damit natürlich auch sehr zufrieden. Aber ich glaube, mir gelingt es auch trotzdem, so ehrlich zu mir zu sein und das im großen, im großen Ganzen einzuordnen und in ein Verhältnis zu dem zu setzen, was andere Profis leisten. Also nur weil ich ein Rennen mache, was für mich perfekt läuft und was unter dem, was ich kann, gut ist, heißt es ja nicht, dass nicht 20 andere Profis da sind, die dann am Ende besser sind. Verstehst du? Ja, klar. Nee, das verstehe ich.
SPEAKER_02Nur für mich, also persönlich, wäre es, und auch aus Coaching-Sicht, glaube ich, wäre es immer das Ziel zu sagen, dass du mit dem Rennen zufrieden bist, weil also es ist ja relativ, weißt du, du kannst ja auch sagen, ich mache irgendwie Hawaii und da hast du dann irgendwie 30 Profis, die einfach Kanonen sind, Raketen sind und ich habe trotzdem das Rennen meines Lebens und hab letztendlich ein unglaublich geiles Rennen und damit letztendlich komplett zufrieden.
SPEAKER_03Okay, dann habe ich die Frage vielleicht anders oder falsch verstanden. Und dann würde ich sagen, mein Ziel für Südafrika ist, also ich würde mir nie das perfekte Rennen als Ziel setzen, weil ich glaube, das ist was, woran man währenddessen dann bestimmt scheitert auf einer langen Distanz. Ich würde gerne ein Rennen machen, wo ich alles, was in meiner Macht steht, richtig mache. Ist das das als Ziel?
SPEAKER_01Da wollte ich gerade eben schon mal einmal dazwischengrätschen. Das war auch sogar eigentlich der allererste Leitsatz für dieses Project, den wir uns gesetzt haben. So, wir haben gesagt, wir wollen A, dass alles aus diesen Möglichkeiten, die wir haben, machen, wie ein Profi irgendwie zu starten und dann auch zu schauen, dass wir ein Rennen machen, wo wir auch alles aus den Möglichkeiten, die wir dann am Renntag haben, irgendwie rausholen. Also dass man keine dummen Fehler macht. Und so jetzt denkt, ey, ich bin jetzt einmal dreimal 20 Minuten 300 Watt im Training gefahren und jetzt im Training fährt Sebastian Kiel oder im Rennen fährt Sebastian Kieler an mir vorbei, der fährt 300 Watt, da kann ich jetzt mitfahren, weil ich bin das im Training auch mal einmal 3x20 Minuten gefahren. Und bei Kilometer 140 merke ich, okay, ich hätte vielleicht 270 Watt fahren müssen, so wie mir der Pacing-Test, den ich vorher gemacht habe, das vorausgesagt hat. Und jetzt habe ich ein Problem, weil ich habe ein Energiedefizit und jetzt mache ich ein Scheißrennen. Und ich glaube, das ist bei uns beiden das Ziel. Wenn wir ein Ziel formulieren sollten, dann ist das alleroberste Ziel, im Rennen das umzusetzen, was wir jetzt auch im Training machen. Und zwar, wie wir versuchen, jetzt den Trainingsplan perfekt umzusetzen, versuchen auch die Vorgaben, die unsere Coaches oder wir mit Pacing-Tests vorher herausfinden, auch das im Rennen entsprechend umzusetzen. Und das Zweite, was Niklas gesagt hat, ist ja das dann einmal so ehrlich zu sich selber zu sein und in diesem Profibereich einzuordnen. Und da ist dann genauso, ja, da sind wir wieder bei den Zimmer, ist man jetzt richtiger Profi oder nicht oder wie auch immer. Aber da können wir, also da wäre es vermessend zu sagen, irgendwie, ich mache jetzt Podium.
SPEAKER_03Ja. Ja. Genau, also einfach, dass man, dass man da ehrlich zu sich selbst ist und ja, das ist es, glaube ich.
SPEAKER_02Also du wärst, sag ich mal, happy, wenn du an dem Tag das Beste einfach rausholst, was einfach in dir drin steckt. Und das ist egal von der Platzierung.
SPEAKER_03Genau, also die unbeliebteste Antwort, die man als Interviewer bekommen kann, würde ich das geben.
SPEAKER_01Wir werden gerade, Golo, wir werden gerade bei dir jetzt hier, das ist ja jetzt ein bisschen umgekehrt, normaler stellen wir die Frage, wir werden jetzt gerade so richtig die Profis, über die wir uns immer so, wenn das Profi so Kamera aus, Mikrofon weg, umreht, boah, was war das wieder für eine Kackantwort, ey. Hier langweilig, wie ich das nicht mehr so gut. Was soll man da sagen? Was soll das, ey? Wieso sagt man keiner, ich gewinne hier? Was soll das eigentlich? Was ja auch spannend ist, wieder, wenn man das in diesem Prozess betrachtet, eigentlich sind die Profis so ehrlich und jeder ist davon gelangweilt, weil es immer das Gleiche ist, aber de facto, so wie wir es jetzt spüren, ist es halt einfach so. Also da kann man dann auch mal eine Lanze brechen für langweilige Antworten auf Pressekonferenzen. Das ist halt einfach das. Also was sollst du da sagen jetzt irgendwie? Man, also es sind in ganz, ganz vielen Bereichen, nicht was jetzt wie Wettkampferwartung oder sonst was. Wir kriegen durch dieses Project, was wir gerade machen, in so vielen Bereichen eine andere Sichtweise auf den Profisport, den wir zig Podcasts jetzt schon beleuchtet haben, was für uns selber ultra spannend ist. Und ja, das ist dann halt die unbefriedigende Antwort.
SPEAKER_03Aber gleichzeitig sind wir natürlich selber sehr gespannt, was rauskommt. Also das macht diesem Projekt auch noch so ein bisschen für uns selber einen Reiz. Also dass man im Training merkt, okay, man ist fit und man schafft die Trainingseinheiten und die Vorgaben, die der Trainer für angebracht hält. Und dann ist natürlich schon so, dass man dann wissen will, was kommt am Ende raus. Also was, wohin hat das jetzt geführt? Und dann auch so, wie gut bin ich wirklich? Also wenn man sagt, beim Wettkampf kommt es drauf an zu zeigen, was halt irgendwie tatsächlich so in einem steckt. Und das, ja, keine Ahnung, weiß ich nicht. Wenn ich es wüsste, würde ich sagen. Aber keine Ahnung. Und das heißt, wir können gerne nach dem Rennen nochmal einen Podcast aufnehmen und dann auch drüber sprechen, wie groß die Überraschung war im besten Fall. Oder auch nicht. Aber ja, mal sehen. Also, das ist natürlich das, was einfach spannend ist. Am Ende, was kommt raus.
SPEAKER_01Ja, aber alles andere als ein Sieg wäre eine Enttäuschung. Ja, das definitiv.
SPEAKER_02Ja, ich meine, es ist ja auch, also es ist auch krass mental, das ist, das klingt immer so blöd, aber es ist ja nicht nur physiologische Power, gerade im Wettkampf. Es ist ja irgendwie, du musst halt energetisch gut haushalten mit deinen Zonen, du musst aber auch energetisch gut haushalten mit deinen mentalen Struggles. Und wenn du halt, ich, typisches Amateur-Ding, wenn du irgendwie die Leute aus dem Schwimmen schon aussteigen und die ganze Zeit auf die Uhr gucken und sagen, boah, fuck, geil, drei Minuten zu langsam, dann hast du schon so eine Spirale, die sich letztendlich aufbaut und die einfach unglaublich viel Energie einfach zieht. Und ich glaube, dass das halt eine riesengroße Herausforderung ist für euch, wenn ihr halt mit Profis startet und dann, dass man nicht mental die ganze Zeit einfach einen Dämpfer nach dem nächsten einfach kassiert. Das ist ja auch so das, was Nick meinte, wenn dann auf einmal Sebastian Kiehle an dir vorbeirattert, weil du fährst irgendwie deine 60, 270 und der fährt dann vielleicht am Anfang mal 3,10, 320, das ist halt eine Welt. Da denkst du so, okay, ja, nice, was mache ich hier eigentlich? Und das ist halt, glaube ich, schon eine mental große Herausforderung. Das glaube ich sicherlich.
SPEAKER_03Definitiv ja, kann man sich aber auch darauf einstellen. Also man weiß ja, das ist halt das, was wir jetzt gerade auch schon irgendwie gesagt haben. Irgendwie so dann bei sich zu bleiben einfach, das ist ja das, worum es geht. Und wenn ich mir vorher falsche Hoffnung mache oder vorher meine, ich bin besser, als ich tatsächlich bin, nur aufgrund von irgendwelchen tollen Trainingseinheiten, dann verleiht das wahrscheinlich zu genau solchen Dämpfern, wie du es gerade beschrieben hast, dass man denkt, ja, jetzt geht es doch nicht so, wie ich dachte, oder so. Und das macht sich dann irgendwie unruhig, nervös und auch unzufrieden und dann kostet das natürlich auch Energie. Wenn du aber von vornherein mit der richtigen Einstellung und dem richtigen Verhältnis zu deiner Leistung da reingehst und einfach in jeder Situation ehrlich zu dir bist, dann kommst du vielleicht auch vernünftig durch die Langdistanz durch, weißt du, und wirst dann am Ende vielleicht dafür belohnt. Vielleicht nicht in dem Moment. Das ist dann wieder so das, was wir hatten mit Lust und Laune-Prinzip. Natürlich würde man in der Situation dann gerne anders handeln und kann es dann vielleicht auch für eine begrenzte Zeit entsprechend. Führt aber dann am Ende nicht zu einem guten Ergebnis. Wenn du aber irgendwie sagst, okay, ich mache jetzt das, was ich zu tun habe und merkst plötzlich bei Kilometer 35, aha, das geht auf hier, dann hast du was davon. Das ist dann wieder irgendwie so der Trainingsplan zusammengefasst auf einen Tag.
SPEAKER_01Habe ich gerade zu dem, was Pocky gesagt hat, ein super gutes Beispiel aus dem Profibereich sogar. Maurice Clavel, Iron Man Südafrika, vor ein paar Monaten war genau das, wo Sebastian Kiener aus der Wechselzone ihm einfach wegläuft, er bei sich bleibt, seine Pace läuft und am Ende holt er ihn wieder ein und gewinnt das Ding. Und ja, eigentlich sollten man ihm solche Dinger dann die Zuversicht geben. Ich meine, du kannst am Ende, kannst du nur das, was deinen Körper eben hergibt, leisten. Und das limitiert ja nachher was bei rauskommt. Okay, kannst du noch ein bisschen ein paar Prozent vielleicht auch mental rausquetschen oder sowas, aber da sprechen wir dann ja eigentlich auf die letzten fünf Kilometer oder vielleicht zehn Kilometer. Weil wenn du bei Kilometer 100 auf dem Rad mental was rausquetscht, dann wirst du für den Marathon gar nichts mehr überhaben und wirst da eher gehen als laufen.
SPEAKER_02Ja, safe, definitiv. Ja, cool. Ja. Aber Bocky, willst du noch was sagen? Du siehst gerade so erwartungsvoll, siehst du da mit dem Mikrofon.
SPEAKER_03Nee, ich hatte jetzt an der Stelle nichts mehr hinzuzufügen.
SPEAKER_02Sehr gut. Ja, aber ich sag mal, in Südafrika sehen wir uns leider nicht, weil da ist es leider noch ein bisschen zu früh, aber in Rot werden wir uns definitiv sehen. Und schade, dass du, Bocky, da nicht am Start bist, aber auch total verständlicher Grund. Und ich wünsche dir auf jeden Fall, Bocky, super viel Erfolg in Südafrika. Und ja, wo kann man denn eure, wo kann man denn den Progress weiterverfolgen? Ihr habt direkt am Anfang schon ein bisschen was gesagt, aber erzählt doch mal, ihr habt einen Podcast, YouTube.
SPEAKER_03Also danke erstmal schon mal fürs Daumen drücken. Ja, und das ist alles, was wir am Anfang schon aufgezählt haben. Also bei Instagram kann man Pushing Limits verfolgen. Da gibt es irgendwie die stetigsten Einblicke. Dann jeden Freitag Podcast, heißt logischerweise Pushing Limits Podcast. Bei YouTube der Kanal heißt Pushing Limits und die Website heißt pushing-nimits.de. Und je nachdem, was für eine Art von Konsument man ist und was einem am besten gefällt, sollte man irgendwo fündig werden. Genau, das ist dann das, wie man es verfolgen kann, wenn man denn möchte.
SPEAKER_02Ja, cool. Tausend Dank auf jeden Fall da auch für eure Zeit und viel Spaß weiter im Trainingscamp. Ja, habt ihr noch was zu sagen?
SPEAKER_01Ja, danke, dass wir zu Gast sein durften bei dir im Podcast und für das interessante Gespräch. Auch wieder cool, nochmal andere Fragen gestellt zu bekommen oder ein bisschen dann, obwohl man über Themen schon geredet hat quasi bei uns im Podcast, dass das dann nochmal von so ein bisschen der anderen Seite beleuchtet wird. Hat Bock gemacht. Cool. Ja, perfekt. Macht's gut, Leute.
SPEAKER_03Danke. Ciao, ciao. Danke.
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